Seegfrörne 1963

  Seegfrörne

wenn der Bodensee gefriert!
Damit es zu diesem sehr seltene Ereigniss überhaupt kommen kann muss die Abkühlung des Bodensees bereits im Spätsommer ihren Lauf nehmen. Wenn dies durch klare Nächte und kalte, kräftige Winde weiter gefördert wird, kann es im darauffolgenden Jahresbeginn zu einem Zufrieren des Sees kommen. Generell gilt, dass ein tiefer See länger braucht, um abzukühlen, als ein flacher. Daher ist es auch nicht weiter verwunderlich das der Untersee mit einer durchschnittlichen Tiefe von 13 Metern schneller zufriert als der Obersee mit durchschnittlichen Tiefe von 101 Metern.

Die letzte Seegfrörne als der Bodensee komplett zugefroren war ereignete sich im Jahre 1963. Diese dauerte vom 06.02.1963 bis zum 10.03.1963! Bereits am 6. Februar überquerten zwei Gruppen Hagnauer Bürger an dieser Stelle den Bodensee. Den Höhepunkt der Seegfrörne bildete dabei die Eisprozession am 12.02.1963. Dabei wurde die Johannesbüste, die im Jahre 1929 über den See nach Hagnau gebracht worden war, wieder zurück in die Kirche nach Münsterlingen gebracht. Im Laufe dieser fast 5 Wochen wo der See zugefroren war, überquerten zig Tausende den See, was für die Menschen ein einmaliges Erlebnis darstellte. Es waren auch wagemutige in ihren Fahrzeuge auf dem See unterwegs und auch das eine oder andere Flugzeug landete auf den See. Weitere komplette Seegfrörnen fanden Berichten zu Folge in den Jahren 1435, 1573, 1684, 1695, 1795, 1830 sowie auch im Jahre 1929 statt. In Jahren 1326, 1378, 1465, 1477, 1517, 1571, 1600, 1709 und 1880 war der See zumindest zu großen Teilen zugefroren.

Wann und ob es nochmals zu einer derartigen Seegfrörne kommen wird, ist bei der zunehmenden Erderwärmung jedoch sehr fraglich!

 Bilder der letzten Seegfrörne von 1963 folgen demnächst

Mit freundlicher Genehmigung von:
www.juergenlayh.de

Bilderquellen: „Das grosse Eis (Südkurier,Sonderheft 1963) und

Wenn der ganze Bodensee zugefroren ist….. Werner Dobras

(Verlag Friedr. Stadler, Konstanz 1963)